Entspannung im Alltag: So relaxen Kinder (Teil 1)

„Kannst du das bitte meiner Mama sagen, wie das geht? Ich habe immer so Kopfschmerzen und dadurch gehen sie weg.“ Emma guckt mich aus großen Kulleraugen an. Ich hocke über ihrem Kopf und massiere ihre Stirn bei der Endentspannung. Ich halte kurz inne, denke: „Das muss ich Mama bestimmt nicht zeigen, die kennt das sicher.“, verspreche aber: „Klar, mache ich.“

Manchmal muss man im Alltag ja einfach nur drauf kommen. Auf Kopfmassage, auf Fußsohlen drücken und Lichter dimmen. Und deshalb schreibe ich heute einfach mal ein paar Tipps auf, wie man Kindern eine Insel im Alltag baut, ohne großen therapeutischen Hintergrund mit wenig Aufwand. Für Emmas Mama und alle, die ihren Kindern was Gutes tun möchten.

Die Atmosphäre

Lichterketten, gedimmtes und indirekte Licht, eine Kerze, Lavalampen oder einfach die grellen Glühbirnen durch dezentere austauschen – und dann noch Musik, fertig ist die Wohlfühl-Athmo.

Musikalisch probiere ich bei den Kindern in meinen Kursen  viel aus. Sanfte Klavierklänge gehen immer und entzerren knisternde Spannungen im Raum, wenn die Yogis energiegeladen zum Yoga kommen. Mantren finden die Mäuse spannend und lassen sich drauf ein. Nur wenn es zu esoterisch wird, kommt schon mal Protest. Die „India-Lounge“ fand all zu großen Zuspruch.

Hier die Top-Five für die Endentspannung oder zum Innehalten, hinhören und reinkriechen:

  • „River flows in you“ von Yiruma
  • „Lokah Samastah Sukhino Bhavantu“ von Jane Winther
  • „Healing the heart“ von Parijat
  • „Long time Sun (from Grace)“ von Snatam Kaur
  • „Wie schön du bist“ von Sarah Conner

Kleine Hilfsmittel

  • Augenkissen

Die kleinen Yogis freuen sich immer, wenn ich mit was Neuem um die Ecke komme, sind gleichzeitig aber auch kritisch. Als ich zum ersten Mal die selbstgenähten Augenkissen mitbrachte, schwankte die Stimmung zwischen aufgeweckter Neugierde und gerümpfter Nase ob der bunt gemusterten Entspannungspakete. Einige landeten auf dem Kopf, einige wurden analytisch von einer Hand zur anderen gekippt. Der Hauch Lavendel im Innern kommt nicht bei allen gleich gut an.

Atmoshäre Kinderyoga Entspannung
Augenkissen blenden den Alltag aus und duften herrlich. Je nach Näschen.

Ein Mädchen kroch förmlich in das Kissen, das nächste verzichtete lieber drauf. (Für die habe ich auch welche ohne Kräuterfüllung). Die Kissen sind super bei unserem Entspannungspart (Savasana). Sie helfen den Kindern die Augen zu schließen und zur Ruhe zu kommen. Und auch zuhause sind sie großartige Pausenfüller. Die Anleitung und den Werdegang der Augenkissen poste ich noch in einem separaten Beitrag.

  • Duft- und Massageöle

Ähnlich verhält es sich mit Duftölen. Einige lieben sie, einige meiden sie. Ab und zu nutze ich die Düfte als Element in den Yogastunden: als flüssiges Sonnenlicht (Duftmischung Yogaflow von Primavera)* oder Gute-Laune-Spritzer (Mandarine). Entweder kriegen die Kinder einen Tropfen auf die Hand und massieren ihn sich in die Haut („Ih, wie krieg ich den wieder ab?“ „Fühlt sich komisch an.“) oder ich nutze die Öle als Hilfsmittel, zum Beispiel in der Halloween-Stunde. Dort geisterten kleine Taschentuch-Gespenster durch den Raum und die Kinder haben erst später bemerkt, dass die Flattermänner einen Hauch Zitrone verbreiteten. So werden alle Sinne gerne im Kinderyoga angesprochen und manchmal etwas gekitzelt.

Atmosphäre Kinderyoga Entspannung
Schnupperschreck: kleine Duftgespenster geistern gerne über die Yogamatten.

Massagen für Kinder

Manchmal lümmelt eine meiner Töchter mit einem Buch auf der Couch rum. Dann setze ich mich dazu und streiche gedankenverloren über Haare oder Füße. Je nachdem, an welchem Ende ich mich hinquetschen darf. Oft kommt dann hinter dem Buch hervor folgendes:  „Oh ja, mach ma Massage!“ Trotz fehlender Grammatik erfülle ich den Wunsch gerne. Kreise und Wuscheln durch die Haare, sanftes Streicheln über Stirn, Schläfen und Brauen entspannt die Mäuse ungemein und es dauert nicht lange, da rutscht das Buch vom Kissen und der Körper tiefer ins Polster. Die Augen klappen zu, ein Seufzen. Hach.

Kinderyoga Entspannung
Auf den letzten Drücker: Fußmassagen bei Kindern

So geht die Fußmassage:

Halte erstmal die Füße in den Handflächen, um Kontakt aufzunehmen. Dann legst du einen Fuß ab und packst den anderen warm ein. Deine eine Hand hält den Fuß deines Kindes, die andere massiert. Streiche den Fußrücken aus, die Sohle stempelst du komplett mit deinem Daumen. Danach ziehst du die einzelnen Zehen der Reihe nach leicht aus dem Fußgelenk mit kreisenden Bewegungen – du beginnst beim großen Zeh. Tu mal so, als hättest du noch nie zuvor einen Fuß in der Hand gehabt. Dann arbeitest du dich achtsam und sanft durch Muskeln, Sehnen und Gewebe – am besten mit deinen Daumen. Von oben nach unten. Dann den Fuß ausstreichen, sanft ablegen, einpacken und den anderen genau so gut behandeln.

 

Edit: Ich habe hier die Duftöle von Primavera verlinkt, weil ich die selber kaufe, nutze und gut finde. Hiermit als *Werbung gekennzeichnet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.