Freebie! „Maya macht sich Sorgen“ – eine Geschichte für dich zum Download

„Sorgen“ ist ein verrücktes Wort! Zum einen kann es schwer wie Blei im Magen liegen, zum anderen kann es sich so warm und wohltuend wie eine liebevolle Hand anfühlen, die sanft über den Kopf streichelt. Sich Sorgen machen oder sich um jemand kümmern – das alles steckt in diesem Wort. Beide Bedeutungen sind gerade sehr präsent.

Corona-Text Freebie Sorgenpuppen

Vor der Corona-Zwangspause hatte ich „Sorgen“ auf meinem Themenplan für meinen Kinderyogakurs. Ich wollte sie mit meinen Yogis thematisieren und hatte mir überlegt, wie man sie wieder loswerden kann. Ich erinnerte mich daran, dass ich als Kind ein bunt gestreiftes Jutesäckchen aus dem Eine-Welt-Laden hatte. In diesem Säckchen, das etwa so groß wie eine Tic Tac-Dose war, wohnten 4 oder 5 fingernagelgroße Sorgenpüppchen aus Guatemala. Die waren so klein, dass man ihre Gesichter nur erahnen konnte.

Die Sorgen unters Kopfkissen packen

Es hieß, wenn man sich Sorgen machte, sollte man sie den Püppis vorm Schlafengehen erzählen, sie zurück in den Sack stecken, unters Kopfkissen legen und am nächsten Morgen sollten alle Sorgen wie weggeblasen sein. Mir half diese Vorstellung und ich bilde mir ein, dass meine Kindheit dank dieser kleinen Gefährten ein Stück sorgenfreier verlaufen ist, obwohl sie leider Mathearbeiten nicht verschwinden ließen.

Auch meiner kleine Tochter spuken gerade abends viele Gedanken durch den Kopf. Ihr Sorgenfresser-Kuscheltier wurde aus der Ausmistkiste gezogen und reaktiviert, so dass ich mich animiert gefühlt habe, die Thematik, die für meinen Kinderyogakurs gedacht war, in eine Corona-aktuelle Mutmachgeschichte umzuwandeln inklusive selbstgemachter Sorgenpüppchen. Die Bastel-Idee habe ich im Internet gefunden: Aus nostalgischen Wäscheklammern entstehen die niedlichsten Püppis und sie sind tatsächlich etwas handlicher als meine Stecknadelversionen von früher.

Bastel deine Sorgen weg!

Die Geschichte habe ich meinen Töchtern geschenkt und auch meinen Kinderyoga-Kindern in die Briefkasten geworfen inklusive Wäscheklammerset. Die süßen Exemplare in diesem Beitrag wohnen nun bei meinen Kiddis unterm Kopfkissen.

Und die Geschichte, die nicht nur für kleine Sorgenmacher gedacht ist, findest du hier zum Download:

Hier gibt es die Geschichte zum Download:

Sorgenpuppen Mutmachgeschichte Corona

Wenn du auch ein Sorgenpüppchen bastelst, würde ich mich freuen, wenn du mir mal ein Foto davon schickst. Gerne hier per Mail oder auf Facebook oder Instagram. Viel Spaß beim Basteln!

Fühle! Fühle! Fühle! Meditation für Kinder

„Mama, wann ist das Thema Coronavirus eigentlich beendet?“, fragte mich die Tage mein Siebenjährige. Eigentlich habe ich das Gefühl, dass meine Töchter den Ausnahmezustand ganz gut verpacken und es ein bisschen als Abenteuer erleben. An solchen Fragen, die aus dem Nichts beim morgendlichen Homeschooling kommen, merke ich, dass unter der Oberfläche doch einiges brodelt.

Und an Gefühlsausbrüchen der kompletten Aggregatspalette bei beiden Damen, die von Zickerei bis Weinen und Wüten reichen. Da hüpfen Gedanken und Gefühle wie ein Affe von Ast zu Ast und die Kinder wissen nicht, wohin mit sich. Sie vermissen ihre Freunde, ihre Verwandten, den Alltag, ja, tatsächlich – sogar die Schule! In der buddhistischen Leere bezeichnet man diese hüpfenden Affen den „Monkey Mind“. Das betitelt bildlich unseren rastlosen Geist, der besonders dieser Tage viel zu tun hat und dafür sorgt, dass man sich doof fühlt. Nicht nur als Kind.

Kinder meditieren
Auch Kinder mögen Meditation.

Raus mit den Kindern und den Gefühlen

Die Gefühle müssen raus, damit man nicht platzt vor Wut, Trauer oder Angst. Wut lässt sich ganz hervorragend loswerden mit ganzer Kraft, die Wut so ausmacht! Das wichtigste Instrument: der eigene Körper. Sich austoben, brüllen wie ein Löwe oder sich mit den Fäusten kraftvoll auf die Brust kloppen wie ein Gorilla, lösen Anspannungen und lässt einen wieder lachen. Raus aus dem Haus, rein in die Bewegung! Und tanzen! Tanzen hilft super, um sich wieder wohl in der eigenen Haut zu fühlen. Einfach Lieblingslied anmachen und abspacken!

Was aber, wenn die Gefühle sich gar nicht so leicht beschreiben lassen, gar zu packen sind?! Manchmal ist einem auch schlicht und ergreifend nicht danach, laut und wild zu sein. Und auch nicht nach tanzen. Manchmal will man einfach nur auf einem Ast sitzen, den Kopf hängen lassen und den Affen zum Stillstand zwingen, um überhaupt zu fühlen, was in einem gerade los ist. So richtig los.

Eine Methode, wie dieser Rückzug in sich selbst gelingen kann, ist die Meditation. Meditation?
Halt! Für Kinder?
Ja genau. Eben auch für die.

Meditation mit Kindern: Den Gedanken eine Pause gönnen.

Das „Zur-Ruhe-bringen-der-Gedanken“ – denn genau darum geht es beim Meditieren – funktioniert einfacher, indem sich Kinder auf ein Objekt konzentrieren, etwa auf eine Murmel, auf ein Mandala oder auf etwas essbares. Für große Begeisterung (auch bei meinen erwachsenen Yogis) sorgt der Klassiker: die Schokoladenmeditation. Die würden meine kleinen Yogis am liebsten in jeder Woche machen.

Meditation mit Kindern: mit allen Sinnen

Zunächst wird ein Stück Schokolade unter die Lupe genommen, ganz achtsam und innig. Mit allen Sinnen. Wie schwer ist es auszuhalten, dass das wohl duftende braune Gold vor einem auf der Hand liegt, schon langsam an den Seiten zu schmelzen beginnt und man es zunächst einmal nur betrachtet und beschnuppert bis einem ein wahrer Wasserfall Spucke im Mund zusammen läuft.

  • Wonach riecht die Schokolade?
  • Wie sieht sie aus?
  • Wie fühlt sich die Oberfläche an?
  • Wie liegt sie auf der Zunge?
  • Welche Temperatur hat sie?

Gefühle fühlen: Das geht auch mit Schokolade.

Und dann, ja dann, dann kann man endlich die Zähne drum herum drapieren und im Schneckentempo zubeißen. (Ich krieg die Kinder meistens mit „Wer kann die Schocki am langsamsten essen?“). Herrlich!
Natürlich kann man die Schokoladenmeditation auch mit anderen Leckereien wie Rosinen, getrockneten Früchten oder Obst machen.

Noch mehr Ideen für Meditation mit Kindern

Für eine Gedankenpause im Corona-Wahnsinn für Groß und Klein gibt es viele Methoden, um einfach mal die Bremse reinzuhauen. Alle Familienmitglieder treffen sich ganz bewusst für – sagen wir zehn Minuten, hocken sich gemütlich auf den Boden und machen eine der unten beschriebenen Meditationen. So ein Termin hilft super, um runter zu fahren, sich in die Augen zu schauen, bei dem anderen zu hören, wie es ihm gerade geht und er ist schlicht und ergreifend Gold wert für den Familiensegen, der zur Zeit ganz schön was aushalten muss. Dabei sollte in dieser Runde kein Druck aufgebaut werden. Vielleicht haben auch einige Kinder keine Lust darauf. Die Meditation – oder Ruhepause, Familienauszeit oder wie auch immer sie heißen mag – ist als Angebot zu sehen, nicht als Zwang. Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich ein spannende Familienritual daraus, was einen ein bisschen durch die Coronazeit bringt (und vielleicht sogar darüber hinaus).

Kuller, Kuller: eine kleine Murmel kann dafür sorgen, dass die Gedanken eine Pause machen.
  • Kerzenmeditation: Etwa eine Minute auf eine Kerze gucken, die Augen schließen und entdecken, ob sich der Kerzenschein auch mit geschlossenen Lidern noch in den Augen zeigt (Tratak nennen Yogis diese Methode)
  • Die atmende Hand: Die linke Hand locker vor den Körper halten. Tief einatmen und mit dem Finger der linken Hand, die Außenseite der Finger hoch fahren. Ausatmend wieder runter, einatmen den nächsten Finger hoch, ausatmend runter, und so weiter … (Oder man nimmt die rechte Hand und fährt mit dem linken Zeigefinger dort entlang).
  • Klangmeditation: Das Kind läuft durch den Raum. wer eine Klangschale hat, schlägt die Schale an. Das Kind bleibt stehen und läuft erst dann wieder los, wenn der Klang komplett verhallt ist. Wer keine hat: es gibt auch kostenlose Klangschalen- oder Gong-Apps.
  • 3 x Om: Das populärste Mantra überhaupt ist „OM“. Es besteht zwar nur aus zwei Buchstaben, diese bedeuten aber die ganze Welt. OM ist der sogenannte Urklang, der für das große Ganze steht, für das komplette Universum und die Unendlichkeit. So geht´s: Finde einen entspannten Sitz und atme tief ein. Beim Ausatmen tönst du Oooo und lässt es in M fließen und ausklingen. Wenn du die Hände auf dein Herz legst, merkst du vielleicht, wie dein Brustkorb vibriert und kitzelt. Wiederhole das Om drei mal und lausche nach.
  • Murmelmeditation: Nimm dir eine Murmel, lege sie auf die Hand und fühl erstmal rein, wie sie sich anfühlt. Ist sie schwer oder leicht, warm oder kalt? Wie sieht sie aus? Nimm sie zwischen zwei Finger und halte sie gegen das Licht. Und dann kannst du ganz langsam anfangen sie von einer Hand in die andere rollen zu lassen. Oder du lässt sie nur auf einer Hand kullern, ohne dass sie runterfällt. Dann versuch sie mal mit dem Fuß festzuhalten. Kannst du sie dir zwischen die Zehen klemmen? Oder von Fuß zu Fuß reichen?
Wie fühlt sich die Schokolade an? Gar nicht so einfach, das auszuhalten, wenn sie so köstlich vor einem liegt.

Plötzlich zuhause! Ideen für den Corona-Knast

Seit über einer Woche kriege ich jeden Morgen im Bett eine Zaunlatte über den Kopf gebraten. Jedenfalls fühlt sich das jedes Mal so an, wenn das Bewusstsein nach dem Aufwachen einsetzt. Das passiert immer ein bisschen verzögert über das erste Gefühl. Erst freue ich mich darüber, dass die Sonne reinspitzelt und dann kommt der große Knall. Tag für Tag. Nur, dass mich kein Murmeltier grüßt, sondern die volle Breitseite mit der Corona-Klatsche!

Keiner weiß, wie lange

Wir befinden uns immer noch in diesem Ausnahmezustand. Die Welt steht still und gleichzeitig Kopf. Wir sind zuhause. Immer noch. Keiner weiß, wie lange. Was mir hilft gerade ist es im Moment zu bleiben. Tag für Tag zu sehen und nicht das große Ganze, von dem wir ohnehin nicht wissen, wann der Alltag wieder zu dem Alltag wird, den wir vor dem großen C hatten. Und ich bin dankbar dafür, dass wir gesund sind.

Mir helfen Struktur und Routine. Morgens nach dem Zaunlattenknall erstmal durchzuatmen, zu meditieren, auf die Yogamatte zu gehen und ruhig in den Tag zu starten. Und ganz wichtig: raus aus dem Schlafanzug!

Yoga zuhause
Sich Freiräume schaffen, damit man zuhause im Corona-Knast nicht durchdreht!

Auf einmal habe ich die Zeit dafür! (Also nicht fürs Anziehen an sich, gel). Ich habe Zeit! Zeit, die vor kurzem noch durchgetaktet und von Terminen bestimmt war. Der Terminkalender – der war noch nie so leer! Das ist tatsächlich ein bisschen Zen für die Augen, auch, wenn es gleichzeitig bedeutet, dass keine Kohle rein kommt bei mir und dass er eine Steilvorlage dafür bietet, zu verlottern und den ganzen Tag in Pyjama abzuhängen. (Nein, das machen wir nur am Wochenende! Bislang! Ist ja auch erst die erste Woche). Und Routine hilft mir, mich nicht im Gedankenkarussell zu verlieren. In den Sorgen um unsere Familien und Freunde, um die ganze Welt.

Bloß nicht wie die Flodders enden

Um nicht als die Flodders zu enden, haben wir uns in der Familie eine Liste gemacht und überlegt, wie wir diesen Ausnahmezustand gestalten können. Wir haben Ideen gesammelt, welche Projekte wir angehen könnten. Projekte, die immer mal auf die lange Bahn geschoben wurden, wie das Gartenhaus zu entrümpeln oder die Badmintonschläger endlich aus der Verpackung rauszuholen. Die Mädels (7 und 9 Jahre) kamen auf die Idee, jeden Tag eine AG anzubieten. Herausgekommen ist eine großartige Sammlung, die eine lebhafte Ergänzung zum Homeschooling ist, Spaß macht und und uns Struktur gibt. Und jeder von uns ist mal zuständig für die Umsetzung und Planung.

Homeschooling in Corona-Zeiten
Ideen für Zuhause: ein AG-Plan für Familien, in dem alle mal was organisieren können.

Ich habe mir überlegt, ich teile ab sofort hier im Kabäusken Ideen zur Freizeitgestaltung und ein paar Tools mit euch, wie wir als Familie alle einigermaßen entspannt bleiben und nicht völlig durchdrehen. Yogatools und Bastelideen. Atemübungen, um geerdet zu bleiben und Sorgen schrumpfen zu lassen.

Natürlich sitzen wir hier auch nicht täglich tiefenentspannt im Schneidersitz rum und haben die Ausgeglichenheit gepachtet. Rückzugsorte und Auszeiten voneinander sind auch extrem wichtig. Genauso wie einfach mal in den Himmel zu starren, der dieser Tage irgendwie blauer scheint als sonst.

Und hier verlinke ich euch zwei alte Beitrage im Kabäusken:
hier gibt es Tipps, wie Kinder zuhause entspannen , um ein bisschen runterzufahren und zu entschleunigen.

Maike Schößler Yoga für Kinder und Familien in Münster-Roxel
Auch ohne Klangschale kann man zuhause mit Kindern Entspannung erzeugen.